Inhouse Marketing: Die Druckerei im Büro
Vor einiger Zeit habe ich einen Inhouse-Marketing-Workshop eines großen IT-Konzerns besucht. In den Räumlichkeiten eines größeren Dortmunder Hotels versuchte ein Team aus Außenmitarbeitern eine Einführung in die Erstellung von Geschäftspapieren und Werbematerialien innerhalb des eigenen Unternehmens zu bieten. Nach vier Stunden war die Veranstaltung beendet und ich verließ das Gebäude mit Produktkatalog, Preislisten, Gutschein und weiterer Erfahrung.
Die richtige Vermarktung ist wichtig
Ein knappes Jahr nach der Gründung meines Unternehmens fehlt mir weiterhin der richtige Bezug zur Vermarktung der angebotenen Dienstleistungen und Fähigkeiten. Sicherlich, ich habe eine informative Internetseite ausgebaut, die auch relativ weit oben in den Rankings steht. Ich führe auf Messen und bei jeder anstehenden Gelegenheit Gespräche mit möglichen Interessenten.
Aber das kann auf Dauer ja nicht alles sein. Irgendwo sollte es einen Grad zwischen Vertriebserfolg basierend auf Werbemaßnahmen und finanzieller Vertretbarkeit geben. Der Workshop stellte für mich nicht das Aufblitzen eines leuchtenden Sterns dar, jedoch die Eröffnung einer bisher als relativ uninteressant eingeschätzten Möglichkeit.
Kardinalsfehler: Niemals die technische Entwicklung unterschätzen
Es ist bereits einige Zeit her seitdem ich mich mit der Möglichkeit eines qualitativ äußerst hochwertigen Tinten- / Laserdrucks vom Büro aus beschäftigt habe. Die Erinnerungen daran sind geprägt von stark perforierten Rändern bei ganzseitigem Druck, von Verläufen, die ihrem Namen alle Ehre machen und Farben, die denen des Regenbogens über einer viel befahrenen Autobahn am ehesten kamen. Dementsprechend überrascht war ich von der Qualität, die sowohl ein relativ günstiger Tintenstrahldrucker als auch die Low-End-Variante eines Farblaserdruckers eines namhaften Anbieters produzierte. Saubere Ränder, zu großen Teilen realistische Farben bei einer sehr guten Deckung. Die Werbung hat hier nur wenig übertrieben: Ganzseitiger Fotodruck ist mit geringen Qualitätseinbußen auch im Büro möglich.
Planung und Vorarbeit sind entscheidend
Der entscheidendste Vorteil für die Verwendung von Inhouse-Marketing ist unzweifelhaft die Möglichkeit, die erstellten Materialien in hohem Maße personalisieren zu können. Sowohl spezifische Angebote als auch Preise können mit der üblichen Bürosoftware integriert werden. Der Aufwand ist im Vergleich zur Auftragserteilung einer Druckerei gering – wenn die Vorbereitung stimmt. Mittlerweile ist es zwar möglich, mit den Büro-Anwendungen auch Visitenkarten, Broschüren und Flyer zu erstellen. Empfehlenswert ist dies jedoch meiner Ansicht nach nicht. Um ein vernünftiges Design und eine gute Strukturierung unter Berücksichtigung einer ordentlichen Farbwahl hinzubekommen, sollte man schon über ein gesundes Maß an Vorwissen oder Erfahrung verfügen. Jede Werbekampagne, die man von Haus aus starten will, sollte mit einer vernünftigen Planung unterfüttert sein. Erst so ist es ohne Umstände möglich, aus Inhouse-Marketing deutliche Vorteile zu ziehen. Die Vorteile sind dann aber unschätzbar: Personifizierte Angebote, zugeschnittene Texte und direkte Bezüge machen eine Werbebotschaft um längen attraktiver als den einmal gefertigten Einheitsbrei, der 5.000 mal in der Druckerei vom Band läuft.
Unter den Bedingungen..
Selbstverständlich lohnt sich Inhouse-Marketing nicht für jeden: Die Einsparungen für die Nutzung einer Druckerei werden relativ schnell von den Investitionskosten für die Anschaffung eines modernen Farbdruckers – ob Tinte oder Laser – aufgefressen. Auch ist für einen professionellen Druck die Verwendung von Spezialpapier (matt oder glanz? 80, 130 oder gar 200g/cm²?) erforderlich. Papiervorlagen für spezielle Formen wie gestanzte Broschüren und Visitenkarten kann man hingegen recht kostengünstig von marktführenden Anbietern zu bestellen. Wer es ganz genau nimmt, der wird auch auf die Betriebsaufnahme der Hardware und Anlernung in der Software beim Kostenvergleich kaum verzichten. Im Vorteil ist das kleine Unternehmen, dass bereits entsprechendes IT-Know-How oder leistungsfähige Druck-Hardware zur Verfügung stehen hat. Ein vergleichender Blick lohnt sich meiner Einschätzung nach jedoch in den meisten Fällen.
Und ich?..
Nun, der Workshop hat eine neue Perspektive für meine eigenen Versuche, Marktpotential zu gewinnen, aufgezeigt. Andererseits frage ich mich, ob ein solcher Aufwand überhaupt nötig ist? Das Internet boomt. Nach wie vor. So viele Firmen haben es bisher nicht für nötig gehalten, ihre Präsenz in der größten Auftragsbörse der Welt aufzuwerten. Die Notwendigkeit dazu besteht in jedem Fall. Und im Vordergrund der Arbeit meines Unternehmens stehe ich. Sicherlich ist es ganz schön, immer mal einen Flyer oder eine Broschüre zur Hand zu haben. Aber ist das wirklich notwendig? Schließlich programmiert nicht die Firma. Und der Flyer berät doch auch nur in geringem Maße. Entscheidend sind die Personen, die dahinter stehen.
Hallo Herr Klose,
zufällig stieß ich gerade auf Ihren Eintrag…
Haben Sie schon unsere Online-Seminare gesehen? Eventuell ist ja das ein oder andere interessant.
Beste Grüße aus Dortmund
T. Freisen
Kommentar by T. Freisen — 27. März 2008 @ 00:05