Apple MacBook Air – ein neuer Anfang?
Steve Jobs, seines Zeichens nach Apfel-Guru bei Apple, hat auf der diesjährigen MacWorld-Konferenz ein neues Notebook der Firma Apple namens “MacBook Air” vorgestellt. Das nur zwischen 4 und 19,3mm dicke Notebook bietet ungeahnte Mobilität und ein neues Technikerlebnis – aber warum?
Prinzipiell sind Subnotebooks mit einem Display von 13,3″ nichts neues. Auch das Gewicht von etwa 1,36KG ist in Hinblick auf die Sony Vaio TZ-Serie nichts neues. Die restliche technische Ausstattung liest sich wie der Prospekt, der Morgens in der Zeitung liegt: 1,6 oder 1,8 Ghz Core2Duo, 2GB Ram (gelötet und damit nicht aufrüstbar), ein Akku mit etwa 5 Stunden Laufzeit sowie Wireless Lan a/b/g/n und Bluetooth. Gegen einen gewissen Aufpreis – das Notebook bekommt man bereits ab etwa 1.600€ – hat man die Möglichkeit, eine robustere und schnellere SSD-Festplatte mit 64GB Kapazität hinzuzufügen. Wo findet man nun die Neuerung?
Apple sieht sein MacBook Air in einem Gesamtkonzept, dass sich vollkommen auf die primären Interessen der Anwender richtet. Sie sagen: Ihr könnt mobil sein! Durch eine vollständige Integration mit ITunes und Apples neuem Videodienst über WLan, durch eine hohe Portabilität dank Akku, Gewicht und Maßen, stehen einem praktisch Tür und Tor zur Welt offen. So wird ein hoher Grad an Freiheit offeriert, den der Nutzer nach belieben ausdehnen kann. Es ist nicht mehr wichtig, ob man alle Daten auf der Festplatte hat. ob man auch zu Hause (am Strom, mit dem externen DVD-Laufwerk und den ganzen Silberscheiben) alles installiert hat, was man dabei haben will. Der Weg geht nun über das Internet – kaum ein Signal wäre eindeutiger gewesen. Das Notebook wird sich in Zukunft vielmehr in der Handtasche tragen lassen, als es Heute der Fall ist.
Ich halte Apples neue Lösung für gelungen. Von vielen Seiten werden jedoch bereits erste kritische Stimmen laut. Die meisten dieser Kritiker haben das Einsatzgebiet des neuen MacBooks nicht erkannt. Wofür braucht man mehr als einen USB-Anschluss, wenn es doch Hubs gibt? Wer braucht Ethernet, wo es doch in nahezu allen Hotels und Tagungsorten keine Kabelanschlüsse, jedoch Wlan gibt? Und warum sollten 5 Stunden Akkulaufzeit nicht ausreichen? Warum brauche ich unterwegs unbedingt ein CD/DVD/BlueRay-Laufwerk? Einzig gelten lasse ich den fehlenden und nur schwerlich nachrüstbaren FireWire-Port. Das erschwert den Einsatz mancher Digitalkameras und Camcorder. Wer mit diesem Notebook aufgrund seiner Erweiterungs- und Konnektivitätsmöglichkeiten noch nicht seinen Wunsch erfüllt sieht, dem sei auf die vielfältigen Adapter (u.a. von Apple selbst) verwiesen.
Welchen Vorteil sehe ich als Webdesigner dadrin? Nun, sicherlich ist das Notebook nicht als mobile Entwicklungsstation geeignet. Aber man kann damit Kreativität einfangen. Vieles spricht dafür, mit dem Notebook und einer Digitalkamera unterwegs zu sein. Oder mit einem Wacom Tablet, um Ideen festzuhalten. Oder um ansprechende Texte zu gestalten. Dafür braucht man mehr, als einen Schreibtisch, an dem die Gedanken nicht frei wandern können. Dieses alles bietet das Notebook deutlich effektiver als viele andere. Das Einsatzgebiet für mich wären redaktionelle, organisatorische und kreative Arbeiten – Webdesign in Reinform. Daumen Hoch für Apple!