Unterstützung von Internet Explorer 6
Der Internet Explorer 6 wurde im Jahr 2001 mit Windows XP veröffentlicht, für Windows 98 und 2000 als Update zur Verfügung gestellt und hat im November 2003 mit etwa71,2% Marktanteil die Browser-Welt dominiert. Bis heute hält er sich tapfer in vielen Unternehmen und Heimcomputern und ist Relikt einer Zeit, in der das Internet noch als Monopol-Instrument verstanden werden konnte. Dabei sind seine Leistungen überaus umstritten:
- Webstandards kennt der Internet Explorer 6 nicht: Während das W3C, das World Wide Web Committee, bereits Jahre bevor der Browser erschien, seine ersten Standards zur Entwicklung mit HTML und CSS veröffentlicht hat, haben die Entwickler von Microsoft es 2001 vollkommen versäumt, diese in ihre Anwendung zu integrieren.
- Als Folge ist auch noch Heute die Entwicklung von Internetseiten für den IE6 eine Qual: Keine Unterstützung von PNG-Grafiken, keine oder eine völlig fehlerhafte Unterstützung von CSS-Techniken, eine zurückgebliebene Unterstützung von CSS-Selektoren und mangelhaftes Javascript reihen sich aneinander.
- Dazu kommen die vielen Bugs: Seit seiner Veröffentlichung hat der Internet Explorer 6 Microsoft dazu gezwungen, mehrere Dutzend (!) Sicherheitsupdates für diesen zum Download zu stellen. Gerade die verwendeten ActiveX-Komponenten und die Sicherheitseinstellungen sind für viele Systemadministratoren ein Graus. Darüber hinaus gab es aber auch immer wieder andere Fehler, die zur Verbreitung diverser Würmer, Trojaner und sonstiger Viren geführt haben.
(Vergleich z.B. http://davidwalsh.name/6-reasons-why-ie6-must-die sowie Google nach “IE 6 bugs”)
Für einen Webdesigner ist der IE6 eine Katastrophe: Während Mozilla, Opera und der aktuelle Internet Explorer 8 eine Internetseite anhand der Standards sehr ähnlich darstellen, muss jedes, ja wirklich jedes Mal eine zusätzliche Programmierung für den IE6 erfolgen. Während andere Browser bei der Darstellung logischen Schritten folgen, präsentiert der IE6 Internetseiten nach dem Stil einer Person, die rosa Tupfen auf Neongrün liebt. Diese zusätzliche Arbeit raubt nicht nur oft Nerven, sondern macht auch absolut keinen Spaß.
Wieder einmal soll jetzt damit Schluss sein: Wieder einmal gibt es einen Aufruf, dem Internet Explorer 6 den Rest zu geben. Die Benutzer-Statistiken weisen aktuell zwar nur noch 14,4% Marktanteil aus, aber gerade in vielen mittleren und großen Unternehmen sowie Konzernen setzen die IT-Administratoren aus Kompatibilitäts-Gründen immer noch auf die veraltete Software. IE6 No More sagt “Es reicht” und hat über fünfzig Anbieter von Web-Anwendungen und -Portalen dazu bekommen, ihre Seiten nicht mehr für den Internet Explorer 6 anzupassen. Auf ihren Internetseiten stellen diese Anbieter einen Code-Schnippsel ein, der IE6-Benutzer automatisch auf ihren veralteten Browser, die damit verbundenen Unannehmlichkeiten (die diesen hinlänglich bekannt sein sollten) und Sicherheitsrisiken sowie auf bessere Browser hin.
Während ich der Initiative, wie auch vielen anderen, nur einen mäßigen Erfolg zurechne, sieht Microsoft das anders. In der Vergangenheit hat Microsoft auf vergleichbare Aktionen nicht reagiert. Das Presseecho ließ das diesmal kaum zu. Daher kommentiert das Unternehmen lapidar in einem seiner Blogs:
“The choice to upgrade software on a PC belongs to the person responsible for the PC. [...] Dropping support for IE6 is not an option because we committed to supporting the IE included with Windows (Anm.: damit ist hier Windows XP gemeint) for the lifespan of the product.”
Der nächste Schritt kann nur sein, dass sich große Seiten einer solchen Initiative anschließen. Bereits angekündigt haben das Facebook, Youtube und Digg. In Zukunft wollen sie die Unterstützung für den Internet Explorer 6 einschränkungen oder gar einstellen. Facebook weist Benutzer des IE6 schon jetzt auf ihren veralteten Browser hin, was wirklich gut ist. Auch das kann das Unternehmen aber noch verbessern: Es empfiehlt den Internet Explorer 7, den Nachfolger des IE6. Seit einigen Monaten gibt es schon den Internet Explorer 8.
Ein schwacher Trost kann bis dahin nur der Beitrag von hyperkontext.at sein: “Prämie für das Abwracken veralteter Browser”.
Quellen:
(1) http://mashable.com/2009/07/16/ie6-must-die/
(2) http://www.w3schools.com/browsers/browsers_stats.asp
(3) http://www.ie6nomore.com/
(4) http://blogs.msdn.com/ie/archive/2009/08/10/engineering-pov-ie6.aspx