Online-Dateiablage im kleinen Stil
Wer viel unterwegs ist und keine Möglichkeit hat, einen mobilen Computer – sei es PDA oder Laptop – mit sich herumzutragen, aber trotzdem auf einen Internetzugang mit seinen Daten angewiesen ist, dem bieten sich mittlerweile viele verschiedene Dienste als Rettung an. Die meisten dieser File-Hoster bieten riesige Mengen Speicherplatz für die eigenen Daten an, garantieren aber nicht für deren Erhalt und eine sichere Verwahrung. Eine Alternative zu diesen ist DropBoks.
Wichtige Unternehmensdaten, Listen mit Passwörtern oder Email-Verkehr gehören – wenn sie denn online verfügbar sein sollen – nur auf gesicherte Seiten. Sie sollten nur über geschützte Verbindungen abgerufen werden. Kaum ein Online-File-Hoster bietet einen Up- oder Download über HTTPS an. Die meisten löschen ungenutzte Daten nach 30 Tagen, um ihre Kapazitäten nicht unnötig zu belasten.
DropBoks schafft vielen dieser Probleme Abhilfe: Durch eine puritanisch gestaltete Oberfläche im Windows-Stil erspart man sich eine tiefere Einarbeitung und kann direkt loslegen. Jegliche Datenübertragung findet über eine gesicherte HTTPS-Verbindung statt. Der zur Verfügung stehende Speicherplatz beläuft sich momentan auf 1GB. Insgesamt findet man hier alles, um eine Dateiablage im kleinen Stil realisieren zu können.
Gewünscht hätte ich mir hier sicherlich an der ein oder anderen Stelle mehr Funktionalität:
- Email an DropBoks: Manchmal ist es schön, wenn man die Anhänge einer Email direkt auf den Speicherplatz weiterleiten könnte. So ist es immer erforderlich, einen lokalen Zwischenspeicher zu haben, der aber gerade in Internetcafes o.ä. nicht zur Verfügung steht. Dieses Feature würde aufgrund des größtenteils unverschlüsselten Mail-Verkehrs auf Kosten der Sicherheit gehen – das müsste man dann in Kauf nehmen
- Directory-Upload: Bisher ist es nur möglich, eine beliebig lange Liste an Dateien per Hand zusammenzustellen. Mit einem geeigneten Java-Applet wäre es möglich, eine komplette Verzeichnisstruktur hochzuladen. Das erspart an vielen Stellen Arbeit. Ein großer Nachteil wäre hier, dass zusätzlich zum Browser Software erforderlich wäre – nämlich die Java Runtime Enviroment.
- Synchronisation / Client: Eine Software-Erweiterung, die direkt am Betriebssystem ansetzt, fehlt hier ebenfalls. So könnte man Dateien direkt per Drag&Drop hochladen oder Verzeichnis-Vergleiche zur Synchronisation durchführen. Ein Nachteil wäre wieder die Abhängigkeit von der Software zur Nutzung dieses Features.
- Der zweite Vorschlag, Directory-Upload, ließe sich auch über eine sichere FTP-Verbindung bewerkstelligen. Zwar wäre auf dem Betriebssystem eine Form von FTP-Client erforderlich, der wird aber bei nahezu allen Systemen seit Jahren mitgeliefert.
Auf jeden Fall ist die Software sehr empfehlenswert. Da haben sich ein paar Jungs in Kalifornien doch Gedanken über die Gestaltung eines einfachen Dienstes gemacht. Hoffentlich bleiben sie bei einer Weiterführung des kostenlosen Dienstes.
Stefan