WordPress umziehen
WordPress ist das am meisten verwendete Blog-System, das auch in diesem Blog zum Einsatz kommt. Es basiert auf der freien Interpreter-Sprache PHP, wird an SQL-Datenbanken angebunden und nutzt zur Generierung von Links die mod_rewrite-Funktion des Apache-Webservers. Wenn man nun ein solches Blog auf einen anderen Server oder eine andere Domain verschieben will, so sind viele Dinge zu beachten:
- In der Datenbank ist der URI-Pfad zum Blog hinterlegt. Die Tabelle wp_options enthält alle Einstellungen, die für den Betrieb des Blogs relevant sind. Bei einem Wechsel der Domain sind die Einträge siteurl und home zu ändern. In diesem Blog enthalten beide den Wert “http://www.thelongrun.de/blog”.
Beide Werte müssen aber nicht zwangsläufig direkt in der Datenbank geändert werden. Im Menü “Einstellungen > Allgemein” sind diese als WordPress address und Blog address hinterlegt. - Wenn der Zugriff auf WordPress bereits nach dieser Änderung klappt, jedoch im Blog selbst die Links nicht korrekt dargestellt werden, so muss die Permalink-Struktur aktualisiert werden. Dazu klickt man in der Verwaltungsoberfläche unter “Einstellungen > Permalinks” auf “Änderungen übernehmen“. Ebenfalls sollte man überprüfen, ob in dem neuen Verzeichnis / auf dem neuen Server die Zugriffsrechte für die .htaccess-Datei stimmen. Diese sollten, um grundlegende Probleme mit den Zugriffsrechten erst einmal auszuschließen, per chmod auf 666 gesetzt werden.
Ebenfalls sollte man überprüfen, ob die AllowOverride-Direktive sowie die FollowSymLinks-Option für das entsprechende Verzeichnis aktiviert sind. Diese sind für die Nutzung von bestimmten Permalinks wichtig. - Falls der Zugriff auf WordPress nicht funktioniert, sollte man ein paar weitere Änderungen durchführen:
- Wird eine Datenbank-Verbindung hergestellt? Wenn man den Server gewechselt hat, so haben sich oftmals auch die Zugangsdaten für die Datenbank geändert. Angenommen, die Daten der vorherigen WordPress-Installation seien bereits in diese migriert worden, so muss man lediglich in der Datei “wp-config.php” die neuen Zugangsdaten eintragen. Damit ist ein Datenbank-Zugriff möglich und die Seite wird zumindest dargestellt.
- Ist ein Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche nicht möglich? Ein häufig übersehener Fehler ist der gültige Cookie-Pfad für den Zugang zur Verwaltungsoberfläche. Dieser wird in der Datei “wp-config.php” mit “@define(‘ADMIN_COOKIE_PATH’, ‘wert’);” festgelegt. Wenn das Blog also vorher unter “domain.tld/blog” und jetzt unter “domain.tld” liegt, dann ist ein Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche nicht möglich. Eine kleine Änderung des ADMIN_COOKIE_PATH schafft hier Abhilfe.
- Falls noch mehr Schwierigkeiten auftreten, sollte man zuerst (1) alle Cookies löschen, (2) alle Plugins deaktivieren und (3) die individuellen Fehlermeldungen der Reihe nach nachvollziehen. Erst wenn ein Fehler behoben ist, sollte das nächste Plugin wieder reaktiviert werden. Sobald alle Plugins aktiviert sind und keine Fehler mehr auftreten, kann die Migration geglückt sein.
- Wenn immer noch irgendetwas nicht klappt, dann kann das z.B. folgende Gründe haben:
- (1) Die PHP-Version oder PHP-Module oder der Apache-Webserver (sowie dessen Module) oder die MySQL-Datenbank sind in einer nicht (oder nur unvollständig) unterstützten Version vor. Hier hilft nur ein erneuter Wechsel des Anbieters oder eine Aktualisierung des Servers.
- (2) Der Upload von WordPress oder die Übertragung der Daten in die neue Datenbank waren unvollständig oder fehlerhaft. Diese sollte man im Zweifel erneut durchführen. Ein beliebter Fehler ist hier, eine saubere WordPress-Installation zu verwenden und manch eine Themes- oder Plugin-Datei, vielleicht sogar eine manuelle Code-Änderung schlichtweg zu vergessen.
- (3) Analog zum vorherigen Punkt sollten alle außerhalb von WordPress verwendeten Dateien auf Vollständigkeit geprüft werden. Man vergisst schnell mal eine Kleinigkeit, wie z.B. eine Javascript- oder Stylesheet-Datei.
Sicher gibt es noch ein Dutzend mehr Fehlerquellen, die auch vielfach mit den eingesetzten Plugins zusammenhängen können, jedoch deckt die o.g. Liste einen erheblichen Teil der Probleme ab. Eine Migration von WordPress sollte einfach sein, aber kleine Stolpersteine kosten doch manchmal die ein oder andere Stunde Arbeit, die man auch besser hätte verwenden können, mehr.
WordPress selbst bietet nur eine kleine Hilfestellung zum Umzug von Blogs. Sicherlich liegt es nicht in der Verantwortung des Anbieters, eine vollständige Systemkompatibilität zu gewährleisten. Das ist auch absolut nicht möglich. Leider findet sich aber auch keine Sammlung von Lösungsvorschlägen für allerhand Probleme bei einer WordPress-Migration. Vieles davon muss man sich einzeln aus dem Internet zusammenkratzen. Hier gibt es aus meiner Sicht noch Nachbesserungsbedarf, der mittelfristig angelegt sein sollte.