Web 2.0 – Und dann?
Was passiert, wenn Morgen früh um 10 ein Finanzinvestor nach dem anderen in Hysterie gerät und sein in jungen Internet-Startups investiertes Kapital abzieht?
Das Internet wäre nicht am Ende
Und zwar aus dem Grund, dass das Internet eine Geschäftsplattform ist, die auch unabhängig von Social Networking und Collaborative Writing überleben kann. Mittlerweile sind große Teile des Handels auf diesen elektronischen Weg umgestiegen und erzielen damit beeindruckende Gewinne. Sicherlich werden die Shops darunter leiden, dass Ihre Werbung nicht mehr zielgerichtet ankommt. Aber Ihre Zielgruppen werden nicht das Interesse am Internet verlieren, weil einzelne Unternehmen verschwinden (PlopP).
Ich denke, dass mit einem Ende der Verschwendungssucht wieder ruhigere Zeiten anbrechen, in denen eine deutlich professionellere Entwicklung des World Wide Web, insbesondere auch auf technischer Basis, wieder im Vordergrund stehen wird. Das elektronische Netz wird sich stärker an die Anforderungen, die Menschen an es stellen, anpassen. Es wird sich vereinheitlichen.
Im Vordergrund stehen dabei neue Technologien, auf die viele warten. Eine davon ist HTML 5, dass bisher einen äußerst unausgereiften und nicht durchdachten Stand aufweist. Eine andere ist die Migration von Safari auf Windows, die Weiterentwicklung von Opera (Pro Acid2), die Verbesserung des IE 7 (CSS2-Unterstützung) und – vor allem – die Einführung von Mozilla 2. Sicherlich wird auch die Rolle, die XML dabei spielt, um einiges wachsen. Vieles wird auf eine Interoperabilität von Dokumenten und Daten ausgerichtet sein. Die Gestaltung des Internets wird dem des Print-Designs vermutlich näher rücken.
Vor allen Dingen wird aber die Geldverschwendung für hoffnungslos aussichtslose Produkte (Web Applications) aufhören. Entwickler werden auf den Boden der Realität zurückkehren und nicht jede Minute die Kasse klingeln hören. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Internet weiterzuentwickeln. Von hier kann denn dann eine andere Einstellung weitergegeben werden. Jetzt sind es die Benutzer, die das Internet tragen und eine non-kommerzielle Welle erzeugen, die sich auf die Weitergabe von Wissen, Informationsfreiheit und Dokumentation stürzt. Diese muss aber zwangsweise von den Entwicklern (“Machern”) ausgehen, die schließlich das Steuer in der Hand halten.
Und ich?
Auch nach der Web 2.0-Blase werden Webdesigner weiterhin gefragt sein. Vermutlich sogar mehr als vorher. Das Internet wird vielleicht jetzt allzu oft als Spielzeug denn als ernsthaftes kommerzielles Werkzeug gesehen. Die Möglichkeiten nehmen mit der Zeit wie oben beschrieben immer weiter zu. Das Angebot der von uns lieferbaren Technologien, Gestaltungsformen und Optionen wird steigen und weiterhin überzeugen. Dies ist der Weg, um Produkte zu vermarkten und über ein Unternehmen zu informieren.